Brennstoffzelle im FFZ: Luft nach oben ist reichlich vorhanden

13.11.2017

Dass Baden-Württemberg als Sitz zahlreicher Autohersteller in Sachen „alternative Mobilität“ unterwegs ist, kann als gesetzt gelten. Das Ende September abgehaltene Forum zum Thema Brennstoffzellen, speziell für den innerbetrieblichen Einsatz ist ein schöner Beweis dafür. Hubert Landinger von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST) sprach anlässlich der Veranstaltung von weltweit >16.000 im Einsatz befindlichen H2-FFZ (Stand 09-17). Überwiegend an der us-amerikanischen Ostküste. Dabei ist die Flottengröße mit >130 Einheiten immer sehr groß – ein Beweis für das Einsatzszenario – für Einzelgräte kommt die H2- Versorgung nicht in Frage (im Gegensatz zur LI-ON-Batterie).

Als Vorbemerkung gilt: Viel tut sich nicht, die Industrie hat zwar Lösungen. Aber die Infrastruktur fehlt und auch in den USA, wo nach meinen Informationen die 30prozentige Förderung für Wasserstoffantrieb gestrichen wurde, wird der Markt dünner. Brennstoffzellen produzieren explizit für Flurförderzeuge Fronius, Nuvera (Hyster-Yale- Tochter). Das Joint Venture HyPulsion gehört seit August 2015 komplett Plug Power (an Plug Power wollen sich nun Amazon und Walmart beteiligen, Quelle: Vortrag ). Man hat die Anteile seines ehemaligen Partners Axane, einem Tochterunternehmen der Gasefirma Air Liquide, übernommen. 11,5 Mio. $ zahlte der New Yorker Brennstoffzel- Brennstoffzelle im FFZ: Luft nach oben ist reichlich vorhanden lenhersteller für 80 % der Anteile. Im Jahr 2012 hatten Plug Power und Axane gemeinsam HyPulsion gegründet, um insbesondere den Markt für Brennstoffzellen-Gabelstapler anzuschieben. Bosch Engineering in Heilbronn will die Systemkompetenz für Brennstoffzellen ausbauen, das tut man schon seit Oktober 2015. Es geht hier um eine Steuerung, die dann in eine Zelle eingebaut werden kann und soll – komplette Zellen stellt man nicht her. Elring Klinger aus Dettingen/ Erms bietet derzeit einen Brennstoffzellenstack, den NM5 mit 5 bis 80 kWel, ab 2018 kommt der größere NM12 mit 20 bis 150 kWel hinzu. Einsätze mit Brennstoffzellenstaplern in Deutschland sind rar gesät. STAPLERWORLD sind bekannt:

• BMW-Werk Leipzig – 70 Linde-Stapler/ Schlepper mit Fronius Brennstoffzelle
• Daimler-Werk Düsseldorf, Probeeinsatz Testflotte 2 bis 10 Frontstapler (E30/FC- 600L), PlugPower-Brennstoffzelle
• Schenker-Logistik in Hörsching/AU mit Fronuis Hylog-Zellen (Niederhubwagen)
• Carrefour/Großhandel in Frankreich setzt testweise Still-Brennstoffzellenstapler ein.

Was lernen wir aus dem vorangesagten? Es fehlt laut Hubert Landinger von der Ludwig- Bölkow-Systemtechnik GmbH/München an Vernetzung und Kooperation. Hydrogen Europe, Clean Intralogistics und weitere Akteure können gemeinsam mit der Politik für eine zügigere Implementierung der Brennstoffzellentechnik sorgen. Er beklagt zu Recht eine fehlende starke Lobby – diese muss sicher geschaffen werden um zu differenzieren, welcher Primäreinsatz bei der Wasserstoffproduktion erforderlich ist und ob es sich dann im Vergleich zum E-Antrieb (Batterien, Umrichter, Solartechnik etc.) um eine wirklich zum Green Footprint passende Technik handelt.

Dr. Manuel Schaloske vom Brennstoffzellencluster Baden Württemberg will mit der vom Land gestützten Innovationsagentur den Einsatz der Antriebsart vorantreiben. Stadtbusse in Stuttgart sind schon testweise unterwegs. Warten wir ab, wann im „Ländler“ die erste H2-Staplerflotte ihre Gabeln hebt. (oba)

Artikel Staplerworld,  2017

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